KI - eine kurze Einführung
Eine Stunde über KI, Sprache
und warum plötzlich alle programmieren können.
Dima 👾
- Technologie-Enthusiast und Prototyper aus Zürich
- Vorher: IT-, ERP- und Controlling-Projekte bei Deutscher Telekom, Orange, Lufthansa, Gate Gourmet
- Heute: Apps, KI-Prototypen und kleine Helfer mit modernen Coding-Tools
Diese Präsentation ist mit KI-Unterstützung entstanden.
Fragen ist erlaubt.
Wo steht ihr gerade bei KI?
Alle Gruppen nehmen heute etwas mit. Versprochen.
Ziel für heute
Verstehen, was hinter den Begriffen steckt, und neugierig bleiben.
🏒 Das Coding Team: Fönsi & Dima 👾
Von Turings Traum bis ChatGPT
So läuft der Turing-Test ab
Beide Gesprächspartner sitzen getrennt hinter den Bezeichnungen A und B.
Stimme, Aussehen und andere Hinweise spielen keine Rolle – nur die Antworten zählen.
Die fragende Person versucht, Mensch und Maschine richtig zuzuordnen.
Der Test prüft nicht das Innenleben der Maschine, sondern wie menschlich ihr Gespräch wirkt.
Nach Alan Turing, Computing Machinery and Intelligence (1950).
um sieb
T9 auf sehr, sehr vielen Daten
Handys vor Smartphones kannten das schon: das Handy schlug beim Tippen das nächste Wort vor. Ein LLM macht genau dasselbe, nur hat es dafür das ganze Internet gelesen.
- Es rät immer nur: welches Wortstück kommt als Nächstes?
- Es „weiss“ nichts. Es kennt nur Wahrscheinlichkeiten
- Genau deshalb erfindet es manchmal überzeugend Blödsinn
LLM heisst „Large Language Model“. Ein sehr grosses Sprach-Ratemodell.
Alles, was ihr heute benutzt, geht auf ein einziges Paper zurück
Acht Forscher bei Google stellen eine neue Architektur vor: den Transformer. Der Trick heisst „Attention“: Das Modell lernt selbst, welche Wörter im Satz füreinander wichtig sind.
Daher der Name ChatGPT:
Google hat es veröffentlicht, gross wurde damit aber zuerst ein anderer: OpenAI mit ChatGPT.
Es sieht keine Wörter, sondern Legosteine
Bevor das Modell rechnet, zerlegt es euren Satz in Stücke: Tokens. Mal ein ganzes Wort, mal nur eine Silbe. Alles, was ihr bezahlt und alles, was es sich merken kann, wird in Tokens gemessen.
Faustregel: 100 Tokens ≈ 75 Wörter.
Vereinfachte Darstellung. Echte Tokenizer schneiden etwas anders.
Code ist auch nur Sprache
- Python ist für die KI genauso eine Sprache wie Deutsch – nur mit weniger Grammatik-Ausnahmen
Picknick Neuronen
Zwei Eingaben gehen ins Netz, drei versteckte Knoten verarbeiten sie, am Ende entsteht eine Vorhersage.
Die Branche läuft in zwei Richtungen auseinander
🔓 Open Weights
Die eingestellten Zahlen sind öffentlich. Ihr könnt das Modell herunterladen und auf eurem eigenen Rechner laufen lassen.
Vorteil: läuft offline, niemand kann es euch abschalten, keine Nutzungsgebühr.
Haken: ihr braucht Hardware und etwas Technikwissen.
🔒 Closed Weights
Die Zahlen bleiben im Haus. Ihr kommt nur über die Website oder eine Schnittstelle heran. Das Modell selbst bekommt ihr nie.
Vorteil: meist das Beste, was es gerade gibt, und null Aufwand.
Haken: Preis, Verfügbarkeit und Regeln bestimmt der Anbieter. Nicht ihr.
Stand August 2026: Die Namen ändern sich schneller als diese Folie. Das Prinzip nicht.
Bitcoin-Mining hat diesen Weg bereits vorgemacht
2009: normale Prozessoren reichten am Anfang.
Ab 2010: Grafikkarten, tausendfach parallel.
Ab 2013: Application-Specific Integrated Circuit, ein Chip nur für eine Aufgabe.
Fast alles läuft über GPUs mit Nvidia CUDA.
Google und Huawei bauen eigene KI-Chips.
Die Richtung: mehr Rechenleistung, um ein Vielfaches effizienter.
Was als Nächstes kommt, kann euch niemand seriös sagen
Wer im Januar behauptet, was im Dezember State of the Art ist, verkauft euch etwas. Was sich aber in jeder bisherigen Runde wiederholt hat, ist die Richtung:
Der Transformer war nicht das Ende der Forschung, sondern der Anfang.
Modelle, die vor zwei Jahren ein Rechenzentrum brauchten, laufen heute auf einem Laptop.
Der Weg geht klar dahin, dass brauchbare Modelle lokal auf dem Smartphone laufen, ohne Internet.
Deshalb lernt heute nicht ein Tool auswendig. Lernt das Prinzip.
Wohin geht das, was ihr eintippt?
Cloud: ChatGPT, Claude, Gemini, Microsoft Copilot im Browser und App
Lokal: Ollama, LM Studio, llama.cpp auf eurem Rechner
Verschlüsselt ≠ unsichtbar
Der Transportweg ist sicher. Aber zum Rechnen muss der Text auf dem Server im Klartext vorliegen. Anders geht es technisch nicht.
Business-Pläne helfen
Enterprise- und Team-Abos sagen vertraglich zu, eure Daten nicht fürs Training zu verwenden. Das ist ein Versprechen, kein Naturgesetz.
Sicher wisst ihr es nie
Ihr könnt es nicht nachprüfen. Deshalb: Patientendaten, Lohnlisten, Kundenverträge gehören nicht in ein Gratis-Chatfenster.
Warum heisst das eigentlich „Vibe Coding“?
„…where you fully give in to the vibes, and forget that the code even exists.“
…wo man sich ganz den Vibes hingibt und vergisst, dass der Code überhaupt existiert.

Gemeint war: Man beschreibt, was man will, schaut aufs Ergebnis statt auf den Code, und wenn ein Fehler kommt, kopiert man ihn einfach zurück in den Chat. Der Name blieb hängen, und ein Teil der Programmierenden ist bis heute beleidigt, weil sich das verdächtig nach ihrem Job anhört.
Vibe Coding ersetzt keine Profis. Aber es macht aus Zuschauenden Mitmachende.
Am Anfang war Programmieren:
Schalter umlegen
Ein Prozessor ist im Grunde ein sehr schneller Taschenrechner. Er kann nur ein paar Dinge: eine Zahl aus einer Schublade holen, damit rechnen, sie zurücklegen. Diese Schubladen heissen Register.
Alles war Zahlen
Kein „öffne die Datei“. Sondern: lade Zahl aus Schublade 3, addiere Schublade 5, leg sie in Schublade 1.
Programme auf Karton
Lochkarten. Ein Loch falsch gestanzt und das ganze Programm läuft nicht. Runterfallen lassen wollte man den Stapel auch nicht.
Ein Beruf für wenige
Man musste wissen, wie die Maschine innen aussieht. Das konnten weltweit ein paar tausend Leute.
Merkt euch das Gefühl: Der Mensch musste sich der Maschine anpassen.
Seitdem ging es nur in eine Richtung: einfacher
10110000 01100001
Reine Zahlen. Nur die Maschine versteht das. Und ein paar Menschen.
MOV AL, 61h
Kürzel statt Zahlen. Immer noch pro Prozessortyp anders.
int x = 97;
Erstmals fast lesbar. Läuft auf verschiedenen Maschinen.
print("Hoi")
Fast schon Englisch. Man muss es aber immer noch exakt tippen.
„Mach mir eine Website
für mein Café.“
Komma vergessen? Egal. Die Maschine passt sich jetzt euch an.
Einer hat das früh auf den Punkt gebracht
„The hottest new programming language is English.“
Die angesagteste neue Programmiersprache ist Englisch.

Damals klang das nach Angeberei. Heute ist es einfach die Beschreibung eures Alltags.
Claude Code: entstanden als ein Bastel-Experiment
Boris Cherny bastelt im Terminal mit Claude, ohne fertigen Plan.
Zeigt nur an, welche Musik ein Kollege gerade hört.
Bekommt Dateizugriff, verbreitet sich intern bei Anthropic.
Daraus wird Claude Code.
Auch bei Anthropic selbst hat niemand um Erlaubnis gefragt. Jemand hat einfach angefangen.
Next Step: KI steuert KI
Agent
Arbeitet selbstständig: sucht, schreibt, testet.
Orchestrator
Teilt Arbeit auf und koordiniert mehrere Agenten.
Beispiele
Claude Code, Cursor, n8n, CrewAI, LangGraph, MCP.
Wer kontrolliert den Code, wenn KI ihn schreibt?
KI schreibt
schnell, viel, automatisch
Mensch prüft
Kontext, Qualität, Freigabe
Was heute top ist, kann morgen alt sein
Highspeed
Modelle und Tools wechseln extrem flott. Niemand bleibt lange Erster.
Verfallsdatum
Die krasse Innovation von heute ist im nächsten Monat purer Standard.
Dein Fokus
Ideen testen und gnadenlos verwerfen. Klebe an keinem Tool fest.
Klares Denken, Abstraktion und Ziel vor Augen sind wichtiger denn je
Achtung, nicht alles ist Sonnenschein
Kontextgrösse
Ein Modell sieht immer nur einen Ausschnitt. Je grösser das Projekt, desto wichtiger wird Auswahl, Struktur und Priorisierung.
Halluzinationen
Die Antwort klingt oft überzeugend, kann aber faktisch falsch sein. Deshalb bleibt Prüfen wichtiger als Prompten.
Extern exponierte Tools
Mehr Angriffsfläche durch Prompts, Datenabfluss und unklare Grenzen zwischen intern und öffentlich.
Interne Tools zuerst
Interne Umgebungen sind leichter kontrollierbar. Prozesse, Rechte und Datenflüsse bleiben besser im Griff.
Versucht keine Profis zu sein.
Bleibt neugierig und probiert aus.
Nehmt eine nervige Aufgabe und lasst sie einmal von der KI machen.
Stellt zwei Modellen dieselbe Frage und schaut bewusst auf die Unterschiede.
Lasst euch Quellen zeigen und entscheidet selbst, was ihr der Antwort glaubt.
Anleitung auf codecook.ch/tutorials – dann probiert selbst etwas zu coden :-)
Vielen Dank!
Mehr zu Workshops und MVPs.
dima@codecook.chSchreibt mir eine kurze Nachricht.
Bleiben wir connected.
👾 Viel Spass bei schlaflosen Nächten beim Tüfteln an euren Ideen.